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Was bedeutet „Hinterschnitt-Funktion“ bei Tauchsägen?

So mancher Heimwerker wird beim Kauf einer Tauchsäge schon einmal mit der Frage konfrontiert worden sein, ob es eine Säge mit Hinterschnitt-Funktion sein soll. Und sicherlich hat diese Frage auch schon einmal ein Stirnrunzeln beim Befragten hervorgerufen haben, weil nicht jeder Heimwerker so versiert ist, dass einem dieser Begriff geläufig ist.

Der Begriff Hinterschnitt-Funktion bedeutet, dass das zu bearbeitende Werkstück nicht im exakten 90-Grad-Winkel geschnitten wird, sondern mit 88 oder 89 Grad. Das wird gemacht, um zum Beispiel Platten so bündig aneinander setzen zu können, dass zwischen ihnen kein Spalt entsteht und der Übergang nahezu nahtlos ist.

Wo macht der Hinterschnitt Sinn?

Fügt man zwei Platten mit Holzleim ohne Hinterschnitt aneinander, bleibt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Fuge bzw. ein Spalt, was besonders bei Küchenarbeitsplatten von Nachteil sein kann. Hier könnten Flüssigkeiten eindringen, was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass die Arbeitsplatten in diesem Bereich aufquellen.

Deshalb ist es bei Profis schon lange üblich, nur eine der zwei Platten im 90-Grad-Winkel zu schneiden und die zweite, anstoßende Platte wird im Winkel von 89 Grad zugeschnitten. Das führt dazu, dass ein fast nahtloser Übergang gewährleistet ist, die die Platten nur an der Sichtkante oben verbunden sind und der Leim durch den Hinterschnitt genügend Platz hat.

Der Expertentipp für Heimwerker beim Kauf einer Tauchsäge:

Leider sind viele Tauchsägen, die im Baumarkt für Heimwerker angeboten werden, nicht mit einer Hinterschnitt-Funktion ausgestattet (was im Übrigen auch für Handkreissägen gilt). Meist kann man bei diesen Geräten die Neigung des Sägeblattes nur von 0 bis 45 Grad verstellen, während Profimaschinen die Einstellung eines Neigungswinkels von -1 bis 46 Grad ermöglichen.

Nur damit kann ein exakter Hinterschnitt gewährleistet werden. Deshalb der Ratschlag: Auch im Heimwerkerbereich lieber etwas mehr Geld auf den Tisch legen und dafür eine Tauchsäge mit Hinterschnitt-Funktion erwerben, was man im Nachhinein sicher nicht bereuen wird.

Notlösung für einen Hinterschnitt mit einer Tauchsäge ohne Hinterschnitt-Funktion:

Alle Heimwerker, die bereits eine Tauchsäge besitzen, mit der bauartbedingt kein Hinterschnitt möglich ist, müssen jedoch nicht völlig verzweifeln. Als Notbehelf kann man einen dünnen, schmalen Holz- oder Metallstreifen entlang der Schneidekante auf das Werkstück kleben.

Dadurch wird der Schnittwinkel der Tauchsäge leicht verändert und es gelingt – etwas Geschick vorausgesetzt – doch noch ein Hinterschnitt. Trotz dieses Notbehelfes ist der Erwerb einer Tauchsäge mit Hinterschnitt-Funktion in jedem Fall die bessere Lösung und absolut empfehlenswert. Das, was hier in Bezug auf Tauchsägen geschrieben wurde, trifft natürlich auch auf handelsübliche Handkreissägen zu.